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Achtung Überfall

Überfall auf Aldi-Filiale

Angestellte in Angst und Schrecken
Mit der neuen Software "Task-Video" von Cash-Plus lassen sich solche Überfälle verhindern

Angestellte im Putzraum eingeschlossen
Von Thorsten Moeck und Tim Stinauer, 26.08.09, 19:21h

Raubüberfälle im Einzelhandel werden meist von Serientätern verübt. Ein Sprecher der Polizei Düsseldorf übt Kritik an den Sicherheitsvorkehrungen in Drogeriemärkten.
Ermittler Wolfgang Burger sucht Zeugen. (Bild: Moeck) Ermittler Wolfgang Burger sucht Zeugen. (Bild: Moeck)Köln - Die Polizei steht offenbar kurz vor der Klärung eines Überfalls auf eine Aldi-Filiale im Pescher Gewerbegebiet. Am 8. Mai waren mehrere Täter kurz nach Ladenschluss in das Geschäft eingedrungen und hatten die Tageseinnahmen in Höhe von knapp 30 000 Euro erbeutet. „Nach neuen Erkenntnissen durch Zeugenaussagen wurde der Überfall von drei Tätern verübt, bislang waren wir von zwei ausgegangen. Wir sind optimistisch, den Fall zeitnah klären zu können“, sagte Wolfgang Burger, stellvertretender Leiter des Raubdezernats. Für den entscheidenden Hinweis hat Aldi 3000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Die Männer waren äußerst professionell vorgegangen. Kurz nach 20 Uhr brachen sie ein Bürofenster auf und drangen in den Laden ein. „Sie müssen sich sehr gut ausgekannt haben“, vermutet Burger. Die sechs Angestellten trieben sie mit Waffengewalt in einen fensterlosen Putzraum und schlossen sie ein. Ihre Handys mussten die Mitarbeiter abgeben. Dann entkamen die Täter mit ihrer Beute.

Dass die Polizei die Gruppe womöglich noch für einen weiteren Überfall verantwortlich machen kann, passt in das Bild, das eine Studie der Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW) zeichnet. Demnach hat es die Polizei bei Raubüberfällen auf Geschäfte des Einzelhandels häufig mit Serientätern zu tun. „In 90 Prozent der Fälle sind Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Tankstellen betroffen“, schreiben die Autoren. Für ihre Untersuchung haben sie bundesweit 300 Raubüberfälle ausgewertet. Insgesamt 3200 zählte die Polizei im Jahr 2007, in Köln waren es 143 Fälle. Die Tendenz ist seit Jahren etwa gleich bleibend.

Drei von vier Überfällen werden in der letzten Stunde vor oder nach Ladenschluss verübt, „häufig vom letzten Kunden“, heißt es in der Studie. Besonders häufig betroffen sind Drogeriemärkte wie das Unternehmen Schlecker, dessen Läden personell eher schwach besetzt sind, oft nur mit einer Angestellten. „Es gibt zwar jährliche Schulungen für die Mitarbeiter, das reicht aber nicht aus“, sagt ein Sprecher der Polizei Düsseldorf ungewohnt deutlich. Ein weiterer Nachteil sei, dass die überfallenen Angestellten erst einen privaten Sicherheitsdienst alarmieren müssten, der dann die Polizei informiere. So verstreiche wertvolle Zeit für die Fahndung. „Die Mitarbeiter sollten auf direktem Weg den Kontakt zur Polizei suchen“, fordert der Düsseldorfer Polizist. Ein Sprecher der Schlecker-Kette erklärte, man „prüfe ständig, ob sich unser Sicherheitskonzept noch optimieren lässt“. Maren Leisner von der Kölner Polizei ist zurückhaltender, nennt keine Namen von Unternehmen, empfiehlt Händlern aber generell, mehr Videoüberwachung einzusetzen und dies auf Schildern im Laden anzukündigen.

Laut der BGHW-Studie werden nur bei 15 Prozent aller Überfälle Angestellte körperlich verletzt, meistens durch Schläge mit der Hand oder durch Fußtritte. Und das vor allem dann, wenn die Verkäufer die Anweisungen der Täter nicht befolgen oder den Räuber bewusst hinhalten. Etwa eintausend Mitarbeiter verletzten sich jedes Jahr so schwer, dass sie mehr als drei Tage krankgeschrieben seien. „Ausfallzeiten im Betrieb mit erheblichen Kosten für das Unternehmen können die Folge sein“, schreiben die Autoren der Studie. Sie empfehlen Händlern, ihre Beschäftigten regelmäßig präventiv zu unterweisen und die Zusammenarbeit mit der Polizei weiter auszubauen.

geschrieben am 27.08.2009 um 09:53 Uhr.


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